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Im Interview mit Hannah Böhm

1. Dein Buch trägt den Untertitel „Kommunikationslehren“. Was genau lehrt uns Kommunikation – oder eben nicht?

Kommunikation lehrt uns wie zwischenmenschliche Beziehungen funktionieren. Oft sind sie unklar, unausgesprochen und verwoben. Über Kommunikation nachzudenken, lehrt oftmals gar nicht "besser" zu kommunizieren, insofern es eine objektiv gute Kommunikation überhaupt gibt. Viel eher lehrt es etwas über das Wesen des Menschen. Und das Kommunikation mit all ihren verschieden Fassetten zutiefst menschlich ist.

 

2. Viele deiner Texte wirken wie Momentaufnahmen. Arbeitest du bewusst fragmentarisch oder passiert das einfach?

Ich war schon immer ein großer Fan von Kurzprosa und realistischen Romanen. Das reale Leben in Kunstform dazustellen, fasziniert mich. Daran inspiriert entstanden auch eher zufällig Momentaufnahmen als Texte, die realistische Erlebnisse widerspiegeln könnten, bei denen ja auch oft Kontext fehlt oder der Kontext nur für die Erlebenden nicht aber die Beobachtenden gegeben ist. Da ich die Art der Texte mochte, habe ich dann so weitergeschrieben.

 

3. Wenn man dein Buch liest, hat man das Gefühl, dass Schweigen manchmal mehr sagt als Worte. Was bedeutet für dich Stille?

Stille bedeutet für mich oft eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Oft schweigt man, weil man noch nicht weiß, was man sagen will, oder auch weil man nichts sagen will. Stille ist also eine Art Positionierung im Raum der zwischenmenschlichen Beziehungen. Man könnte sogar sagen Stille ist für sich wieder eine eigene Art von Kommunikation, nämlich Nicht-Kommunikation.

 

4. Gibt es einen Text in der Sammlung, der dir besonders nah geht oder eine Geschichte hat?

Meine Texte sind stark auf meinem eigenen Leben und Gefühlen basiert. Bei vielen Texten habe ich bestimmte Erlebnisse oder Menschen im Kopf gehabt. Spezifischere Details sind allerdings nur mir vorbehalten. Ich finde an der Abstraktizität der Geschichten gerade toll das sich jede Person beim Lesen etwas anderes vorstellen kann. Trotzdem sind die Geschichten natürlich letztendlich Fiktion und keine tatsächlichen Erlebnisse.

 

5. Deine Texte sind sehr visuell – man sieht beim Lesen Bilder. Was inspiriert dich mehr: Sprache oder Bilder?

Das ist eine total schwierige Frage. Ich würde sagen beides auf seine eigene Art und Weise. Im Allgemeinen inspiriert mich jegliche Art von Kunst ob Literatur, Musik, Gemälde, Filme oder Theater.

6. „Ich glaube, ich habe herausgefunden, wie man nie aufhört, traurig zu sein“ – erinnerst du dich, wie dieser Satz entstanden ist?

Oh ja, an den Satz erinnere ich mich noch. Es gibt da einen Song: „How to never stop being sad“ von  dandelion hands und irgendwie ist mir der Titel im Kopf herum gegeistert irgendetwas hat das in mir ausgelöst. Und so bin ich auf diesen leicht abgewandelten Satz gekommen. Also eigentlich muss ich zugeben habe ich ihn gar nicht wirklich selbst erfunden.

 

7. Was wünschst du dir, dass Leser:innen nach der letzten Seite deines Buches mitnehmen?

Die letzte Seite vom Buch ist meine Seite mit meiner Inspiration für die verschiedensten Texte. Quasi meine visuelle Ausdrucksform zusätzlich zur sprachlichen. Zudem gibt es noch ein paar Songs, welche mich bei spezifischen Texten inspiriert, haben wie zum Beispiel den gerade erwähnten Song „How to never stop being sad“ für die Kommunikationslehre 1.  Die Graffiti Bilder vom Stromkasten ( von einem Freund und mir liebevoll Stromcarsten getauft) begleiten mich schon seit mehreren Jahren. Denn ist die Frage "Was ist?" nicht die Frage, die wir uns alle täglich stellen?

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